Neue Generation
PUMA IV
auf Zuckerrübenjagd
Flexibel einsetzbar, maßgefertigt für unsere Bedürfnisse und mit leistungsstarker Technik ausgestattet: Die neueste Generation unserer selbstfahrenden Erntemaschine PUMA ist jetzt auf den Feldern unterwegs.
Die technische Umsetzung des PUMA IV war herausfordernd: Das Fahrzeug ist kein fertiger Bausatz.
Direkt im Erntefahrzeug erfolgt die Analyse des Zuckergehalts. Dafür stehen zwei Verarbeitungsmodi zur Verfügung.
Einen echten PUMA sichten? Das geht zur Herbstzeit oft auf den Zuckerrübenfeldern rund um Einbeck. Die Rede ist aber nicht von einer Raubkatze, sondern von einem fahrenden Labor. Der PUMA IV (Plot Harvest Unit with Measurement Acquisition) ist nicht nur ein normaler Rübenroder der Firma Grimme, sondern wurde durch die Zusammenarbeit von Kolleginnen und Kollegen aus Technik, Forschung, Züchtung, unserer hauseigenen Werkstatt sowie externen Partnerinnen und Partnern zu einem automatisierten Labor umgebaut.
„Das neue Modell des PUMA stellte uns vor eine besondere Herausforderung. Wir mussten im Vergleich zu den Vorgängerversionen nicht nur mit einem anderen Basismodell von Grimme arbeiten, sondern auch neue Wünsche aus der Züchtung umsetzen“, erläutert Lukas Leese, Manager Technical Innovation and Support. Bei ihm laufen die Fäden des Projekts zusammen. Für die technische Umsetzung ist dann unsere Werkstatt miteingebunden. „Das ist kein fertiger Bausatz, den ich nur nach Anleitung zusammenbauen muss“, so Lukas. „Man kann noch so gut planen, am Ende müssen immer noch unvorhergesehene Faktoren berücksichtigt und eingeplant werden – gerade wenn wie im aktuellen PUMA IV viel Technik verbaut ist.“
„Wir haben neue Wünsche aus der Züchtung umgesetzt.“
Lukas Leese
Doch wo schlägt das Herz des PUMA IV genau? In seinem Inneren befinden sich zwei Verarbeitungsmodi: So werden die geernteten und vorgereinigten Zuckerrüben immer per Nahinfrarot-Spektroskopie (NIRS) analysiert (mehr zu dem Verfahren in der KWSintern 01.24), und bei Bedarf wird zusätzlich Brei gewonnen. Diese kleine Breiprobe wird später zur stationären nasschemischen Laboranalyse herangezogen. Beide Verfahren dienen dazu, unterschiedliche Parameter zu bestimmen, beispielsweise den Zuckergehalt in einer Zuckerrübenparzelle. So kann deutlich Zeit eingespart werden, da zukünftig nur noch ein Erntegerät das Feld bearbeiten muss und dann je nach Wunsch entschieden werden kann, ob beispielsweise die Säge zum Einsatz kommt oder nicht – zuvor waren dazu immer mehrere Maschinen notwendig.
Der PUMA ist auf dem Feld ein wichtiges Instrument für unsere Züchtung – die Daten, die er sammelt, sind die Basis für die spätere Auswahl der passenden Genetik. Denn das Testen und die Analyse potenzieller Sorten unter realen Bedingungen sind wichtige Schritte auf dem Weg zu einer neuen KWS Sorte.
Der PUMA IV soll langfristig ins französische Roye umziehen. „Bis dahin gilt es allerdings noch, bürokratische Hürden zu nehmen“, so Lukas. Beispielsweise braucht der Dieseltank ein länderspezifisches Zertifikat. Bis dahin kann man mit etwas Glück den „gezähmten“ PUMA IV noch rund um Einbeck in freier Wildbahn beobachten. |
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