Arbeit

Longaví (Chile)

Platz für mehr

Im chilenischen Longaví befindet sich seit 2017 unsere kontrasaisonale Züchtungsstation für frühreife Maissorten. Klima und Lage 
machen den Standort auch für weitere Kulturarten interessant.

Großes Potenzial rund um die Station in Longaví: Neben Mais und Sonnenblumen soll mittelfristig auch Gemüse an dem Standort in Chile gezüchtet werden.

Von Dezember bis Februar wird Longaví jedes Jahr zum „Hotspot für Wissen und Informationsaustausch“, sagt Rodrigo Kleeberg, Head of Region South America. Dann stehen die frühreifen Pflanzen in der am südlichsten gelegenen Zucht- und Forschungsservicestation für Mais von KWS in voller Blüte. Züchterinnen und Züchter aus Europa begutachten den aktuellen Stand ihrer Programme in Chile, während 120 Saisonarbeitskräfte die Pflanzen bestäuben. Es sind die arbeitsreichsten Monate am Standort, insgesamt erstreckt sich die Hauptsaison von September bis April.

Acht Jahre ist es her, seit KWS von der bestehenden chilenischen Station in Rancagua an diesen neuen Standort expandiert ist. Denn in Longaví – 200 Kilometer südlich von Rancagua – herrschen bereits andere Umweltbedingungen: „In einem normalen Jahr regnet es in Longaví im Schnitt 850 Milliliter, in Rancagua sind es nur 350 bis 400 Milliliter – außerdem hat Longaví ein gemäßigtes mediterranes Klima mit kühlen, feuchten Wintern und warmen, trockenen Sommern“, sagt Rodrigo, der die Station bis vor vier Jahren selbst leitete, ehe sein Nachfolger Mauricio Weiss übernahm. „Deshalb sind wir hier spezialisiert auf Züchtungsprogramme für frühreife Maissorten, und in Rancagua fokussieren wir uns auf mittelspäte Reifegruppen.“

Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter:

11 (zuzüglich 125 Saisonarbeitskräften)

Größe:

15 Hektar + 85 Hektar außerhalb der Station

In Betrieb seit:

2017

Aktivitäten:

Züchtung

Kulturpflanzen:

Mais, Sonnenblumen

Rodrigo nennt noch zwei weitere Gründe, weshalb Longaví im Jahr 2017 das Netz an Züchtungsstationen von KWS ergänzte. „Wir haben an diesem Standort die Möglichkeit, weiter zu wachsen.“ Rodrigo bezieht das auf die Verfügbarkeit von Land für den Anbau von offen bestäubten Feldfrüchten, das knapp geworden und in Rancagua bereits erschöpft war, während Longaví ein erhebliches Expansionspotenzial bietet. Der zweite Grund betrifft die Personalplanung. „In der Zeit der Pflanzenblüte stellen wir an beiden Standorten rund 450 Personen ein, und es war eine große Herausforderung, all diese Leute an einem Ort zu finden“, sagt Rodrigo.

Die Felder in Longaví verschaffen KWS einen klaren Wettbewerbsvorteil: Sie liegen weit entfernt von anderen Maisanbaugebieten. Diese geografische Isolation verringert das Risiko von Pollen- und Fremdverunreinigungen deutlich und sorgt dafür, dass das Züchtungsmaterial genetisch rein bleibt. Indem Longaví gentechnikfreie Programme absichert und verlässlich hohe Qualität liefert, stärkt der Standort die Position von KWS als vertrauenswürdigem Marktführer in der Maiszüchtung.

Und so ist die Station mit ihrem Züchtungsservice und elf Festangestellten für kontrasaisonale Züchtungsprogramme aus Frankreich und Deutschland tätig – fast ausschließlich Mais, bis auf ein kleines Programm für Sonnenblumen. „Ein Hauptfokus liegt auf der Produktion von Elternlinien und Versuchshybriden“, sagt Station Manager Mauricio.

Und das Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft. Denn auch rund um KWS hat sich eine gut funktionierende Wertschöpfungskette etabliert – von Kooperationen mit landwirtschaftlichen Betrieben bis zur Logistik mit externen Partnern. „Wir arbeiten daran, mittelfristig auch Gemüsezüchtungsprogramme in Longaví zu haben und die Sonnenblumenprogramme auszuweiten“, sagt Rodrigo. „Mit unserem Know-how, unseren Mitarbeitenden und unseren Kapazitäten sind wir bereit für mehr.“ |


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