Von händischer Kontrolle zu automatisiertem Hightech: Michael Scholz hat den Wandel in der Aufbereitung begleitet.
Ruhestand
Von Technik begeistert
Vor 41 Jahren ist Michael Scholz in die Zuckerrüben-Saatgutaufbereitung gekommen – und bis zu seinem Ruhestand im Januar geblieben. Als Leiter der Abteilung war er auch ein Treiber für Innovationen.
Er hat Abitur gemacht, eine landwirtschaftliche Ausbildung auf dem Hof seiner Eltern sowie einem weiteren Betrieb absolviert und ein Landwirtschaftsstudium mit Schwerpunkt Ökonomie abgeschlossen – aber den Beruf, den Michael Scholz mehr als 41 Jahre bei KWS ausübte, lernt man nur durch Praxisbezug. „Für die Zuckerrüben-Saatgutaufbereitung gibt es keine Ausbildung“, sagt er – trotz der gewachsenen Vielfalt von der Aufbereitung selbst über das Pilieren, die Wirkstoffapplikation, das Verpacken und die Logistik bis zur Beschaffung. Dennoch: Zu spezifisch sei diese Aufgabe, als dass es eine Ausbildung dafür gäbe.
Das war schon so, als Michael Scholz am 1. Januar 1985 als Nachwuchskraft zu KWS kam. „Die ersten Jahre waren davon gekennzeichnet, die Prozessschritte der Aufbereitung zu erlernen: das Wissen der Kollegen aufzunehmen, zu bewerten und selbst umzusetzen.“ Nach ein paar Jahren leitete er zunächst einzelne Abteilungen und übernahm 1994 die Verantwortung für den Gesamtprozess, als sein Vorgänger in den Ruhestand ging.
Technik erneuern
Seither hat sich viel getan, vor allem aus technischer Sicht: „Früher war die Aufbereitung ein sehr mechanischer Prozess, der von den Mitarbeitern manuell kontrolliert und eingestellt werden musste. Heute sind es Hightech-Anlagen mit computergesteuerten Rezepturen.“ Dass es so kam, daran hat Michael Scholz einen Anteil – immerhin hatte er sich auf die Stelle beworben, weil es laut Ausschreibung auch darum ging, die Technik zu erneuern. „1985 waren die ältesten Anlagen schon mehr als zwanzig Jahre in Betrieb. Da stand eine Modernisierung an.“
Und so war Michael Scholz seit den 1990er-Jahren in Einbeck beim Bau der neuen Wirkstoffapplikation und Saatgutaufbereitung involviert, ebenso in Italien und Frankreich, wo neue Vor- und Reinigungsanlagen entstanden. Auch in den USA und Japan leitete er Projekte für KWS und war an den vier neuen Saatgut-Aufbereitungsanlagen PIA (Deutschland), FRANCA (Frankreich), RUNA (Russland) und TURKA (Türkei) beteiligt. „Arbeitsabläufe vereinfachen und Handgriffe automatisieren – das hat mich immer gereizt.“
„Viele sind zu Freunden geworden.“
Michael Scholz
Mensch und Maschine
Doch trotz aller Modernisierung: Die Prozesse laufen nicht ohne Menschen. Zuletzt waren es in Einbeck rund 120 Kolleginnen und Kollegen. Dieses Team sei es, das auf jährlich wechselnde Bedingungen reagiere. „Witterungsbedingt haben wir mal besseres und mal schlechteres Saatgut. Man muss dann in den verschiedenen Stufen der Aufbereitung wieder ausgleichen, was die Natur nicht geschafft hat.“
Um die Leitung der Aufbereitung kümmert sich jetzt Bastian Schröder. Er kommt nach acht Jahren zurück von KWS in Wohlde. Zuvor war er bereits selbst acht Jahre in der Zuckerrüben-Aufbereitung bei KWS. „In der Zwischenzeit hat sich viel verändert“, sagt Michael Scholz. Sein Wissen darüber hat er in den vergangenen Monaten an seinen Nachfolger weitergegeben.
Jetzt will er mit seiner Frau den Ruhestand genießen und oft auf Reisen gehen. Australien und Neuseeland haben sie als Ziel, auch Wanderungen mit Freunden haben sie sich vorgenommen. Dazwischen soll aber auch Zeit sein, das Reisen und die Rückkehr zu alten Wirkungsstätten miteinander zu verbinden. Denn die Menschen bei KWS sind dem 66-Jährigen ans Herz gewachsen. „Viele sind zu Freunden geworden.“ |
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