Strategische Planung

Ein Blick ins
Jahr 2031

Tradition, Veränderungsbereitschaft, Weitsicht und Mut: Das sind die Kräfte, die die Zukunft der KWS sichern. Die strategische Planung hat acht Trends identifiziert, die die kommenden Jahre prägen werden.

Telse Sieg

Für den Erfolg der KWS als familiengeführtes Pflanzenzüchtungsunternehmen mit 165-jähriger Unternehmensgeschichte ist strategisches, zukunftsgerichtetes Denken von zentraler Bedeutung. Nur langfristige, klar formulierte Ziele ermöglichen es, Planungsprozesse sorgfältig auszuarbeiten und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu sichern.

Die KWS bewegt sich dabei im Spannungsfeld zwischen langjähriger Tradition und verlässlicher Beständigkeit sowie mutiger Innovations- und Veränderungsbereitschaft. „Die KWS erfindet sich immer wieder neu“, sagt die Agraringenieurin Telse Sieg von der Strategischen Planung. „Ich schätze diesen Weitblick, das vorausschauende Agieren, das Quäntchen gut kalkulierte und durchdachte Risikobereitschaft“, betont die 42-Jährige, die seit 16 Jahren bei KWS tätig ist.

Wichtiger Ausgangspunkt für die aktuelle strategische Planung ist eine interne Umfrage der KWS zu den relevanten Zukunftsthemen der Landwirtschaft. Dabei wurden acht wesentliche Trends identifiziert und anschließend analysiert. Diese werden regelmäßig vom Team Strategische Planung überprüft, um zu erfahren, ob die KWS auf dem richtigen Kurs ist oder ob nachjustiert werden muss und neue Akzente gesetzt werden müssen.

◼ Acht Trends in der Landwirtschaft

Ökologie: Landwirtschaft übernimmt Verantwortung

Mehr Nachhaltigkeit, mehr Tierschutz, mehr Verantwortung für kommende Generationen: Diese Ziele verbinden Landwirte und Verbraucher – und die Politik greift diese Wünsche und Forderungen auf: Die Europäische Union will künftig eine Bewirtschaftung stärker fördern, die den Boden schont, die Biodiversität erhält und den CO2-Ausstoß verringert. Langfristig ist zu erwarten, dass sich der Trend über die Grenzen der EU hinweg global verbreiten wird. |

Pflanzen statt Fleisch: Die Ernährung wandelt sich

Immer mehr Menschen reduzieren ihren Fleischkonsum oder ernähren sich gleich ganz vegetarisch oder vegan. Besonders westliche Konsumenten sind zunehmend sensibilisiert für Themen wie Tierrechte und Treibhausgasemissionen tierischen Ursprungs (Methangas). Doch auch in Entwicklungs- und Schwellenländern liegt Vegetarismus bei der jungen, urbanen Bevölkerung mit mittlerem und hohem Einkommen im Trend. |

Ernährung und Lifestyle: Gesund liegt im Trend

Das Bewusstsein für ausgewogene Ernährung und ein gesundes Leben ist gestiegen. Immer mehr Menschen prüfen ihre Lebensmittel kritisch und verlangen nach ökologisch produzierten Produkten, die ihr Wohlbefinden verbessern. Gesunde Ernährung ist dabei kein reines Lifestyle-Motiv, sondern durch den steigenden Anteil an übergewichtigen Menschen auch ein gesellschaftlich relevantes Thema. |

Präzision auf dem Acker: Digitale Landwirtschaft ist auf dem Vormarsch

Smart Farming: Die Komplexität der landwirtschaftlichen Produktion steigt. Digitale Tools entlasten den Landwirt und bieten Verlässlichkeit und Produktionssicherheit. Feldarbeiten können Landwirte zunehmend an autonom arbeitende Maschinen wie zum Beispiel Drohnen und Feldroboter delegieren. Das Saatgut wird entsprechend optimiert und mit digitalen Services ausgestattet. |

Direkt und komfortabel: Digitale Vertriebskanäle sind beliebt

Online- und Direktvertriebsmodelle – wir alle haben sie in unserem privaten täglichen Alltag schätzen gelernt. Auch vor der Landwirtschaft macht dieser weltweite Trend nicht halt. Künftig werden Landwirte ihre betrieblichen Ein- und Verkäufe zunehmend direkt und online vornehmen. Die Landwirte erwarten, wie alle Kunden, in diesem Zusammenhang einen individualisierten Kontakt und ein komfortables, intuitives Kauferlebnis. |

Agrarrohstoffproduktion: Der Kostendruck bleibt hoch

Der Weltmarkt definiert die Preise für Agrarrohstoffe wie Mais, Soja und Weizen. Angebot und Nachfrage bestimmen den schwankenden Marktpreis, unabhängig davon, wo der Rohstoff produziert wurde. Landwirte stehen deshalb unter starkem Kostendruck, der auch weiter anhalten wird. Politische und regionale Maßnahmen werden die Wettbewerbsfähigkeit bestimmter Regionen künftig noch stärker beeinflussen. |

Klimawandel: Auswirkungen auf Pflanzenportfolios und Produktionssysteme

Durch den Klimawandel nehmen Wetterextreme weltweit zu. Die stark schwankenden Temperaturen und Wasserverfügbarkeiten (Dürren oder Überschwemmungen) verändern die Anbaubedingungen der Nutzpflanzen auf dem Acker. Regionale Nutzpflanzenbestände werden sich verändern. Es wird Pflanzen geben, die nicht mehr angebaut werden, andere, bislang unbekannte kommen dazu. |

Plastik? Nein, danke! Bioökonomie statt Erdölwirtschaft

Der Wunsch der Menschen weltweit nach Alternativen zu den auf Erdöl basierenden Kunststoffen, zum Beispiel Plastikverpackungen, nimmt deutlich zu. Die Agrarwirtschaft kann zu umweltfreundlichen Lösungen beitragen, indem sie innovative Rohstoffe als umweltfreundlichen Ersatz für herkömmliche Materialien liefert – zum Beispiel Stärke für Verpackungsmaterial. |

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